Mitglieder verschiedener lokaler Lions-Clubs waren eingeladen, um sich vom Direktor der Augenklinik, Herrn Prof. Dr. Berthold Seitz und seinem Team über die Hornhaut-Bank informieren zu lassen und die Einrichtung zu besichtigen.
Direkt beim Eintreffen wurden wir von Prof. Seitz und seinem eingespielten Ärzteteam, das ihn sowohl bei der Behandlung von Patienten als auch in Lehre und Forschung kompetent unterstützt, herzlich empfangen. In einem Hörsaal der Uni wurden wir zunächst von Mitgliedern des Teams und von Prof. Seitz selbst über die Entstehungsgeschichte der Hornhaut-Bank bis hin zur heutigen Größe und Funktionsweise sowie über den Ablauf einer Hornhauttransplantation informiert. Sowohl in der Präsentation als auch im anschließenden Austausch wurde deutlich, wie sehr sich die Situation seit den Anfängen auch im Hinblick auf die Rahmenbedingungen und dabei insbesondere bzgl. des inzwischen geltenden Transplantationsgesetzes weiterentwickelt hat.
Aktuell ist der Bedarf an Hornhauttransplantationen größer als das, was an Hornhautspenden zur Verfügung steht. Die Wartezeiten betragen teilweise über ein halbes Jahr. Die Einrichtung selber hätte Kapazität, um die Anzahl der Transplantationen deutlich zu steigern. Daher sind solche Informationsveranstaltungen immer auch Teil einer umfangreichen Öffentlichkeitsarbeit mit dem Ziel der Aufklärung und Werbung. Dabei gilt zunächst, dass grundsätzlich nur spenden kann, wer einen Organspenderausweis hat oder auf andere Weise deutlich ist, dass eine Spendenbereitschaft vorliegt. Darüber hinaus ist es zum einen wichtig zu wissen, dass die Hornhautspende nicht in der Weise altersabhängig ist, wie es andere Organspenden sind. Zum anderen kann die Hornhaut grundsätzlich bis 48 Stunden nach dem Eintreten des Todes entnommen werden. In der Einrichtung beschränkt man sich allerdings auf 24 Stunden. In jedem Fall ist eine Hornhautspende in sehr viel mehr Fällen möglich, wie eine sonstige Organspende. Die Entnahme der Hornhaut wird sehr rücksichtsvoll durchgeführt und verändert das Erscheinungsbild des Verstorbenen nicht.
Den Großteil der zur Verfügung stehenden Spenderhornhäute erhält die Einrichtung aus geregelten Ablaufstrukturen innerhalb des Universitätsklinikums sowie aus Kooperationen mit Krankenhäusern in Trier und Luxemburg. Die Entnahme ist aber auch jederzeit im privaten Umfeld von Verstorbenen oder bei Bestattern möglich. An dieser Stelle setzt das aktuelle Anliegen des Faber-Zentrums an. Um die gemeldeten Hornhäute abzuholen, wird aktuell ein Mitarbeiter per Taxi zur Entnahme geschickt. Um diesen Ablauf zu vereinfachen und auf Dauer kostengünstiger zu gestalten, soll ein kleiner PKW angeschafft werden, der dann für diese Fahrten zur Verfügung steht. Zur Mitfinanzierung dieses PKWs haben sich verschiedene Lionsclubs aus der Region grundsätzlich bereiterklärt, unter anderem auch der Lionsclub Heusweiler.
Im Anschluss an die sehr interessante und aufschlussreiche Information und Präsentation wurden wir in zwei Gruppen durch die Räumlichkeiten der Einrichtung geführt und konnten uns einen Eindruck von der Arbeit rund um die Hornhaut-Bank machen. Zum Abschluss waren Gäste und Team zu einem Imbiss in die Bibliothek eingeladen. Dort konnten weitere Fragen und Gedanken rund um die Hornhaut-Transplantation in kleinen Gruppen ausgetauscht werden. Insgesamt eine sehr informative und bereichernde Veranstaltung mit der Erkenntnis, dass durch die Unterstützung von Lionsclubs Menschen geholfen wird, ihre drohende Erblindung zu verhindern.
